c) Themen

Die Heiligen und die dargestellten Ereignisse aus der alt- und neutestamentlichen Heilsgeschichte vergegenwärtigen durch ihr Dargestelltsein im Bilde die Heiligen und die Ereignisse über alle geschichtlich-zeitliche Distanz hinweg. So wird auf der Ikone des „Christus Pantokrator“ (= Christus der Allherrscher) für den glaubenden Christen Christus selbst gegenwärtig – die Ikone wird gleichsam zu Christus selbst, ohne dass deshalb das Holzbrette der Ikone „verwandelt“ würde. Durch diese Gegenwärtigsetzung öffnet sich gleichsam das Fenster zum Himmel, zur Ewigkeit. Dasselbe gilt für alle Heiligenikonen, an ihrer Spitze Maria, die Gottesgebärerin und Johannes der Täufer wie Nikolaus, der Bischof von Myra. Es werden aber auf den Ikonen auch Heilsereignisse gezeigt, so z. b. das Ereignis der Geburt Mariens, der Geburt Christi, seiner Taufe, seines Einzuges in Jerusalem, seines Heilstodes am Kreuze wie seiner Auferstehung und Himmelfahrt. Diese Zusammenfassung soll Ihnen die grundlegende Aussage der Ikonen nahe bringen und als Auszug der sehr umfangreichen Themenwelt der Ikonographie dienen. Man bedenke, dass es allein über 300 verschiedene Gottesmutterdarstellungen gibt!